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Inflationsschutz: Wie stoppst du die Geldentwertung optimal?

In diesem Artikel zeige ich den besten Inflationsschutz.

„Das gibt’s doch nicht!“ Du hast kurz nicht aufgepasst – und wurdest beklaut.

Wahrscheinlich kennst du dieses wütende Gefühl der Machtlosigkeit.

Die Inflation entwertet dein Geld. Das geschieht nicht in einem einzelnen Moment, sondern fortlaufend. Je mehr Zeit verstreicht, desto stärker wurde dein Geld entwertet.

Jedes Jahr verlieren wir dadurch einen Teil unseres Erspartem. Trotzdem interessiert diese Form des Klauens paradoxerweise die wenigsten.

Die Inflation wird größtenteils ignoriert und stillschweigend hingenommen. Bei den Medien muss sie als „schleichende Enteignung“ abgestempelt zur Verängstigung der Menschen herhalten.

Du liest diesen Artikel, was bedeutet, dass du nicht mehr tatenlos zusehen möchtest, wie dein Geld weniger wird. Gute Entscheidung!

Aber was verbirgt sich hinter dem Wort „Inflation“ eigentlich? Und was kannst du gegen sie unternehmen um dein Geld zu sichern – um dein Geld vor Inflation schützen zu können?

Außerdem zeige ich dir in diesem Artikel, dass es bessere Fragestellungen als diese gibt, um sich vor der Inflation zu schützen -und noch bessere Anworten.

Was ist die Inflation?

„Inflation“ kommt aus dem lateinischen und heißt so viel wie „sich aufblasen“. „Aufgeblasen“ wird die Geldmenge. Wie stark diese aufgeblasen wird, wird durch die Inflationsrate ausgedrückt.

Ein Warenkorb wird zusammengestellt. Dieser Warenkorb hat einen bestimmten Preis. Die Veränderung des Preises dieses Warenkorbs dient dann repräsentativ als Inflationsrate.

Die Finanzökonomen peilen eine Inflation von ca. 2% jährlich an. Dort befindet sich somit auch der langfristige Inflationsdurchschnitt. Diesen Monat (August 2014) liegt die (aufs Jahr hochgerechnete) Inflationsrate bei sehr niedrigen 0,3%.

Anders ausgedrückt: Die Preise von Gütern und Dienstleistungen steigen im Jahr um durchschnittlich 2%. Das heißt, wir können uns jedes Jahr 2% weniger kaufen.

Wie dein Geld laufend entwertet wird

Unser Geld wird also jedes Jahr ca. 2% weniger wert. Du brauchst in einem Jahr durchschnittlich 1020€, für Dinge, die du heute für 1000€ kaufen könntest.

Überwiegend wird diese Geldentwertung ignoriert. Auf dem Papier sehen wir die Entwertung schließlich nicht.

Nehmen wir einmal an, dass es keine Preissteigerungen mehr gäbe. Das, was sonst die Inflationsrate verschlingt, wird nun von deinem Konto abgebucht.

Du musst also je 1000€, die sich auf deinem Konto befinden, jährlich 20€ bezahlen. Ohne direkte Gegenleistung.

Damit ist die finanzielle Situation trotzdem noch die gleiche. Die Inflation verschlingt in unserer Welt jedes Jahr ca. 20€ pro 1.000€ Erspartem, was in einer Welt ohne Preissteigerungen einer jährlichen Zahlung von ebenfalls 20€ je 1.000€ Erspartem entspricht.

Der Wunsch, etwas gegen diese Abbuchung zu unternehmen, wäre riesig. Viel größer, als er es momentan mit der Inflationsrate ist. Obwohl die finanzielle Situation identisch ist.

Trotzdem reagieren die meisten Menschen völlig unterschiedlich auf beide Szenarien.

Aber warum peilen wir überhaupt eine Inflationsrate von 2% an, wenn unser Geld dadurch entwertet wird?

Das Gegenstück der Inflation ist die Deflation. Der Sparer fürchtet sich vor der Inflation, der Ökonom fürchtet die Deflation.

Na, was wollen wir denn jetzt?

Die Deflation beschreibt die Aufwertung des Geldes. Wir können uns also in einem Jahr mehr von dem Geld kaufen als heute. Klingt gut, ist es aber ganz und gar nicht.

Das Problem: Sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen geben viel weniger Geld aus. Schließlich wird das Geld von alleine immer mehr wert und Geld ausgeben damit sehr unattraktiv.

Der Wirtschaftskreislauf kommt ins Stocken und es entsteht eine gefährliche Abwärtsspirale.

Das ist der Grund, warum wir eine Inflation wollen. Wir brauchen sie sogar.

Warum haben gerade wir so eine Angst?

Vor allem in Deutschland ist die Inflation das Schreckgespenst der Wirtschaft. Die Inflation ist notwendig für den Erhalt unserer Wirtschaft, aber warum verteufeln wir sie dann so?

Ein wesentlicher Faktor sind die Medien, die schließlich den Großteil der Information an uns übermitteln. Negative Schlagzeilen verkaufen sich dabei besser als positive.

„Inflationsangst – Wie Sparer jetzt enteignet werden!“

Solche Artikel schüren die Angst und lassen uns erschaudern.

Hinzu kommt unsere historische Vergangenheit: Nach dem 1. Weltkrieg stiegen die Preise recht schnell. 1923 kam es dann zur sogenannten Hyperinflation: 1 US-Dollar kostete 4,2 Billionen Mark.

Das führt dazu, dass jeder Sparer sein gesamtes Vermögen in Form von Bargeld verlor. Jemand, der 100.000€ besaß, stand nun wieder mit (fast) nichts dar. Er besaß einen Bruchteil eines Dollars mehr, als jemand, der nichts angespart hatte.

Daraus folgt unsere scheinbar angeborene Vorliebe für Sachwerte. Wir vertrauen Immobilien und Eigenheimen, Gold, Windparks und anderen Investitionen – unabhängig vom tatsächlichen Sinn und Unsinn dieser Anlagen.

Ich halte also fest: Jährlich entwertet sich unser Geld mit 2%. Wir brauchen die Inflation aber, weshalb wir auch in Zukunft mit ihr leben müssen.

Aber was ist der beste Inflationsschutz? Wie schützen wir uns persönlich bestmöglich vor der Geldentwertung? Was tun gegen Inflation?

Du musst dein Geld aufwerten – und zwar so…

Der 1:1 Schutz vor Inflation: Inflationsgesicherte Anleihen

Die Börse liefert uns tatsächlich einen direkten Schutz gegen die Inflation: Inflation-Linked-Bonds, also inflationsgesicherte Anleihen.

Was Anleihen sind, habe ich hier bereits beschrieben.

Diese Form der Anleihe ist an die Erhöhung der Preise unseres repräsentativen Warenkorbs, also die Inflation, gekoppelt.

Wenn die Inflationsrate steigt, steigt deine Verzinsung. Wenn sie sinkt, sinkt auch die Verzinsung.

Nachteile dieser Anleihen ist die oft mangelnde Transparenz, sodass oft versteckte Kosten entstehen. Für Börseneinsteiger also definitiv nicht empfehlbar.

Das Hauptproblem ist aber ein anderes:

Ja, inflationsgesicherte Anleihen sind der einzige 1:1 Inflationsschutz. Trotzdem investiere ich keinen Cent in diese Art von Anleihen, um mein Geld vor der Inflation zu schützen.

Um die Geldentwertung durch die Inflation zu stoppen, müssen wir unser Geld aufwerten.

Aber wie werten wir unser Geld optimal auf?

Der bessere, wenn auch schwankende Inflationsschutz

Wir wollen die bestmögliche Rendite – schließlich wirken wir der Geldentwertung damit am besten entgegen. Vor allem wirken wir ihr nicht nur entgegen, sondern erhöhen sogar den Wert unseres Geldes!

Aktien, Gold, Immobilien und weitere Sachwerte bieten dir keinen Inflationsschutz, der dir jeden Jahr das „entwertete“ Geld in bar auszahlt. Aber das brauchst du auch gar nicht.

Inflation beschreibt Preissteigerungen. Das heißt, dass auch der Preis von Gold und Immobilien steigt.

Wer steigert die Preise? Richtig, die Unternehmen. Dies ist oft notwendig, um für ebenfalls gestiegene Rohstoffpreise kompensiert zu werden. Unternehmen und ihre Aktien setzen die Inflation direkt in ihren Preisen um – das ist unser Inflationsschutz.

Diese Anlageformen sind allerdings Schwankungen unterworfen. Sie alle können über Jahre an Wert verlieren, weil sie vorher überbewertet waren. Aber langfristig orientieren sich die Werte immer nach oben – auch dank der Inflation.

Welche Geldanlage ist nun zum Schutz vor Inflation zu empfehlen?

Gold als Inflationsschutz?

Gold gilt als der klassischste Inflationsschutz. Die Realität sieht aber leider anders aus. In diesem Artikel bin ich näher auf den Wert von Gold als Geldanlage eingegangen.

Gold hat von 1980 bis 2000, also 20 Jahre lang, kaum Wertsteigerung erfahren. Wenn wir die Inflationsrate herausrechnen hat Gold in diesem Zeitraum sogar an Wert verloren!

Die Wertsteigerung von Gold ist also nur sehr begrenzt an die Inflation gekoppelt.

Da Gold ein Sachwert ist, steigt in der Theorie bei einer Inflation auch der Goldpreis. Jedoch ist das kein Garant dafür, dass das Gold nicht durch andere Faktoren an Wert verliert.

Vor Inflation schützen mit Immobilien?

Immobilien und Aktien verhalten sich ähnlich. Wir erleben Immobilien- und Börsencrashs, der Wert steigt aber langfristig.

Immobilien haben jedoch den Nachteil, dass sie 1. zu viel Kapital benötigen und 2. jährlich Reparaturen erfordern und der Verschleiß der Immobilie den Wert mindert, während er durch die Inflation steigt.

Dadurch haben wir zwar de facto einen Inflationsschutz, müssen jetzt aber mit ganz anderen Problemen fertig werden. Die Rendite ist dadurch nur gering.

Aktien – der beste Inflationsschutz?

Bieten Aktien Inflationschutz? Ich sage: Ja, Aktien bieten den besten Inflationsschutz, bzw. vor allem die beste Rendite.

Auch Aktien können dich ein paar Jahre auf die Folter spannen, ehe dein Geld die Entwertung wettgemacht hat. Aber letztendlich liefern sie dir die beste Rendite.

Inflation Vergleichsdiagramme

Links siehst du den normalen, beispielhaften Verlauf von Inflationsrate, Inflation-linked bond und Aktien. Das rechte Diagramm zeigt die dazugehörige durchschnittliche prozentuale Entwicklung pro Jahr.

Hinweis: Die Digramme dienen nur der Verdeutlichung, die gewählten Zahlen sind keine Originaldaten.

Du siehst: Aktien liefern die beste Rendite, bieten aber keinen unmittelbaren Inflationsschutz. Diesen bieten die Inflation-linked bonds, dafür ist ihre Rendite kleiner.

Aktien reagieren nicht unmittelbar auf jede Änderung der Inflation, aber sie passen sich ihr trotzdem an. Dass es sich dabei nicht nur um volkswirtschaftliche Theorie handelt, beweist dieses Diagramm.

Es zeigt die Entwicklung des Aktienindex nach dem 1. Weltkrieg, inklusive dem bereits erwähnten Szenario der Hyperinflation.

Inflationsschutz: Wie stoppst du die Geldentwertung optimal?
Grafik von Jashuah auf wikipedia.de

Wie du siehst: Je höher die Inflationsrate war, desto stärker stiegen auch Aktien im Wert.

Wer also in Aktien investiert hat entging weitestgehend der finanziellen Enteignung. Die Aktienkurse orientierten sich in diesem Beispiel immer an der vorhandenen Geldmenge.

Aktien sind ein Inflationsschutz. Zwar nicht 1:1, aber sie steigen, wenn die Inflation steigt.

Schlussfolgerung

Als Zusammenfassung habe ich ein Video für dich erstellt, das dir das Wesentliche über die Inflation in 55 Sekunden näherbringt.

Nicht nur Antworten sind an der Börse wichtig. Vor allem die richtige Fragestellung unterscheidet zwischen guten und schlechten Renditen.

Die Inflation ist nicht so schlecht wie die Mehrheit denkt. Sie ist absolut notwendig und lässt unsere Investitionen jedes Jahr nominal im Wert steigen.

Wenn du nicht investiert, frisst die Inflation dein Geld auf: Dein Erspartes verliert jedes Jahr an Wert. Dem kannst du nur durch eine sinnvolle Anlage deines Geldes entgegenwirken.

Strebe also nach der besten Rendite, nicht nur nach einem sicheren Inflationsschutz. Ein sicherer Inflationsschutz ist nicht das, was für dein Geld am besten ist.

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