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7 Gründe, warum du die Finger vom Trading lassen solltest

zuletzt aktualisiert: 7. Oktober 2020

von Jannes Lorenzen
Investor, Ökonom und Gründer

Trading ist beliebt. Zuhause vor dem PC sitzen, die Aktienkurse verfolgen und täglich mit mehreren „Trades“ das Geld vermehren. Möglichst schnell mit möglichst wenig Aufwand.

Bestimmt hast du auch schon von Trading-Erfolgsgeschichten gehört und dich gefragt, was wirklich hinter Trading steckt.

Die Vorstellung von schnell und leicht verdientem Geld lockt viele Menschen, die dann das Trading lernen wollen. Und viele Menschen denken, dass man nur auf diese Weise Geld an der Börse verdienen kann.

Aber ist das Traden eine sinnvolle Möglichkeit zur Vermehrung deines Geldes, gerade wenn du Anfänger bist? Kann man mit Trading viel Geld verdienen? Wie seriös ist Trading? Und: Funktioniert Trading wirklich?

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Aufgepasst:

Ich zeige dir in diesem Artikel (und im zugehörigen Podcast) fundierte Statistiken und Fakten, Trading Erfahrungen und Alternativen, die Trading-Coaches dir nicht zeigen.

Ich habe 7 sehr gute Gründe für dich, warum du…

  1. das Day-Trading womöglich lieber anderen überlässt
  2. oder dich weiter informieren solltest, falls du das für die einzige Möglichkeit zu einer guten Rendite hältst.

Außerdem zeige ich dir, was das Day-Trading mit deiner Schulzeit zu tun hat – und zu welcher Gruppe der „Schüler“ du gehören solltest um an der Börse entspannter zu gewinnen.

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7 Gründe, warum du nicht traden solltest

Bild - 7 Gründe gegen Trading

Mittlerweile läuft sogar im Fernsehen schon Werbung für Trading-Plattformen. Trading-Softwares kaufen sich große Sponsorenblöcke bei Fussball-Vereinen.

Die Versprechen:

„Neue Trading-Strategie für atemberaubende Rendite!“

„1000% Rendite in 2 Wochen!“

"Geld vermehren mit wenigen Klicks!"

Wow! Das klingt echt spannend!

Dabei spielen sich Strategien zum Handel von Wertpapieren wie das Daytrading, Volumentrading. Swingtrading, Positionstrading, Scalp-Trading und andere Strategien in den Vordergrund.

Dagegen klingt das langfristige Anlegen des Geldes ungefähr so spannend, wie dem Gras beim Wachsen zuzugucken (oder Fußball-Spiele von Bayern München gegen Drittligisten).

Jetzt kommt aber der Haken:

Was spricht gegen das Trading, das sich an der Börse so großer Beliebtheit erfreut und mit dem immer wieder Schlagzeilen gemacht werden?

Um das zu beantworten, müssen wir kurz vorab eine wichtige Frage klären: Was ist Trading überhaupt?

Trading bezeichnet das aktive Handeln von Wertpapieren oder auch Devisen (also Fremdwährungen) und stellt eine der riskantesten Formen der Geldanlage dar. Spezifischere Ausprägungen sind bspw. das Day-Trading und das Swing-Trading.

Wie kannst du traden?

Dafür brauchst du keine spezielle Software, sondern den Zugang zu einem Online-Broker. Dabei gibt es "normale" Online-Broker, bei denen du ein Depot eröffnest und deine Wertpapiere (bspw. Aktien) verwahrt werden, aber auch speziellere Broker, die andere Finanzprodukte (oft mit deutlich mehr Risiken) anbieten.

Trader arbeiten in der Regel mit Charts, also Kursbewegungen. Andere ziehen auch Sentimentdaten, also Indikatoren für eine gewisse Stimmung an den Finanzmärkten, hinzu. Fundamentaldaten sind oft weniger relevant.

Wichtig: Ich beziehe mich hier mit dem Begriff "Trading" auf alle kurzfristigen Handelsstrategien, also dem Handeln innerhalb von Minuten, Stunden und Tagen, und vergleiche es speziell mit langfristigen, breit gestreuten Anlagestrategien.

1. Du lebst brandgefährlich

Kaum eine Form des Anlegens weist im Durchschnitt ein so hohes Risiko auf wie das Day-Trading.

Zum einen durch hohe Wertschwankungen.

Es wird aber auch oftmals mit Hebelprodukten gehandelt, die den Gewinn – aber auch den Verlust - durch kurzfristig geliehenes Geld vervielfachen können.

Dabei war dein Verlustrisiko bis vor kurzem nicht auf dein eingesetztes Geld beschränkt: Im schlimmsten Fall musstest du noch Geld nachschießen, da du das geliehene Geld der Bank durch den Hebel verzockt hast.

Stell dir vor, du möchtest mit 1.000€ investieren. Wenn ein Kurs um 1% steigt, steigt dein Depotwert um 10€.

Jetzt kannst du dir aber 9.000€ von der Bank leihen. Wenn du jetzt mit 10.000€ investierst, obwohl von dir selbst nur 1.000€ stammen, steigt dein Depot um 100€.

Du zahlst die 9.000€ an die Bank zurück und voilá: Bei gleichem eigenen Kapitaleinsatz hast du den 10-fachen Gewinn erzielt, nämlich 100€ statt nur 10€.

Was aber passiert, wenn das Produkt, in das du die 10.000€ investierst, wertlos wird? Du musst die 9.000€ trotzdem aufbringen – auch wenn du selbst nur 1.000€ bei der Bank eingezahlt hast.

Je mehr Geld du leihst, desto größer ist der Hebel. Je größer der Hebel, desto stärker wird der Gewinn vervielfacht – oder eben der Verlust.

Privatinsolvenz als 26-jähriger Ingenieur?

Diese Erfahrung musste vor einigen Jahren auch ein Ingenieur machen. Er stand mit 26 Jahren trotz eines guten Gehalts kurz vor der Privatinsolvenz:

Er hat in CFDs, eine recht riskante Anlageform, investiert und sein Geld verloren, als die Schweiz die Währungsbindung zum Euro aufgelöst hat. Aus seinen investierten 2.800€ wurde ein Schuldenberg von 280.000€.

Natürlich ist das ein unglücklicher Extremfall. Und glücklicherweise gibt es mittlerweile gesetzliche Regelungen, die eine solche Nachschusspflicht von vornherein vermeiden sollen. Dieser Hebeleffekt wird allerdings nach wie vor gern in Tradingstrategien genutzt.

Viele Trader sehen nur die großen Gewinnchancen mit $-Zeichen in den Augen. Schließlich verlieren komischerweise "immer nur die anderen", einem selbst könnte sowas ja niemals passieren. 

Auch wenn sich dieses Risiko in erster Linie bei Hebelprodukten enorm auswirkt, ist das Risiko generell bei kurzfristigen Anlagestrategien größer: Zum einen durch die psychologische Komponente, die erschreckend niedrigen Gewinnchancen im Vergleich zu langfristigem Investieren und die hohen Gebühren bei häufigem Handeln, die eine immer höhere Überrendite erfordern. Mehr dazu gleich.

Kurzfristige Tradingstrategien arbeiten oft mit einem Hebel, der die Rendite vervielfacht und damit das Risiko erhöht. Es gibt auch Strategien ohne Hebeleffekt, die allerdings - wie wir gleich sehen werden - rein statistisch höhere Risiken bedeuten.

2. Wie ein Psycho-Thriller

Der Weg des langfristigen Investierens ist in der Regel nicht sehr nervenaufreibend:

Du musst nicht stundenlang vor dem Rechner sitzen. Du musst kein Lehrgeld bezahlen. Und du musst keine kurzfristigen Verluste realisieren.

Bekannte Daytrader predigen dabei vor allem eins an ihre potentiellen Nachahmer: Sie müssen vor allem stressresistent sein und Nerven wie Drahtseile haben.

Zu Beginn ist es üblich, dass unerfahrene Anleger, die auf Minuten-, Stunden- oder Tagesbasis traden, eine Menge Lehrgeld bezahlen müssen.

Sie können noch nicht mit den anderen Marktteilnehmern mithalten, schwanken zu oft zwischen Angst und Hoffnung, können Muster nicht einwandfrei erkennen und verlieren ihr Geld.

Das kann – gerade beim Börsenstart – eine ziemlich hohe Hürde sein.

Und tatsächlich führt das auch dazu, das viele Anleger erst nach dem Erleben dieser Verluste dem Trading abschwören und sich dem langfristigen Investment zuwenden.

Wir haben also einmal die Seite des langfristigen Investors in Form einer Autofahrt:

Er fährt recht zügig, aber immer besonnen und kommt zuverlässig an sein Ziel.

Die Fahrt des Traders verläuft anders:

Er verliert direkt beim Start einen Seitenspiegel. Er brettert trotzdem wie besessen drauf los. Sein Auto überschlägt sich einige Male, fährt trotzdem irgendwie weiter – auch mit nur drei Reifen. Aber: Dafür schnell.

Trotzdem kommt er nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 10% im Ziel an.

Woher die 10% kommen? Das verrate ich dir in Grund #3.

Trading benötigt Stressresistenz: Verluste, gern als "Lehrgeld" bezeichnet (was sie in den wenigsten Fällen wirklich sind, mehr dazu gleich), sind an der Tagesordnung. Zahlreiche Studien zeigen, dass wir Menschen uns viel stärker über Verluste ärgern, als wir uns über Gewinne der gleichen Höhe freuen. Die Vision vom "entspannten Trading" ist für die meisten eine Illusion.

3. Wie erfolgreich sind Trader wirklich?

Bild: Wie erfolgreich sind Trader? Funktioniert Trading wirklich?

Kommen wir also ans Eingemachte: Wie erfolgreich ist das Traden wirklich? Wie viel Rendite erreichen Trader?

Und mit „wirklich“ meine ich nicht das, was dir viele erzählen, wie erfolgreich sie sind. Mehr dazu aber im Punkt 6.

Ich zeige dir 3 Studien über den Erfolg von privaten Tradern und gebe dir 2 Einblicke in den "Erfolg" von Profi-Tradern, die uns einen Einblick in den Erfolg des Tradings geben.

Was wir festhalten müssen: Der größte Nachteil des Tradens sind die hohen Kosten.

Du musst bei jedem Kauf und Verkauf an der Börse Gebühren zahlen. Um diese Gebühren und sie Geld-Brief-Spanne, den sogenannten Spread, sinkt deine Rendite.

Wenn du sehr wenig handelst, zahlst du nur wenig Gebühren. Wenn du viel handelst, hast du hohe Gebühren.

Diese Gebühren haben also vor allem Trader. Und bevor es in die Gewinnzone geht, müssen erst einmal die Gebühren wieder reingeholt werden.

Okay. Das ist natürlich ein Nachteil, aber wenn die Trader eine Rendite erwirtschaften, die das trägt, wäre doch alles in Ordnung.

Schauen wir uns also nicht individuelle Trading Erfahrungen, sondern ganze Studien zum Erfolg der Trader an.

Studie #1 (Aktienmarkt) - 85% der Trader verlieren kurzfristig Geld

In dieser Studie untersucht Brad M. Barber den Erfolg von den sogenannten Day-Tradern, die sehr kurzfristig spekulative Positionen am Aktienmarkt eingehen.

Das Ergebnis: 85% der Daytrader machen dabei auf Jahresbasis Verluste.

Nur bei weniger als 1% der Trader konnten die Wissenschaftler wirklich feststellen, dass sie eine gewinnbringende Strategie verfolgen und die Gewinne nicht vom Glück abhängen.

Diese Zahlen zeigen, dass mindestens 4 von 5 Tradern auf Jahresbasis Geld verlieren. Nur einer aus 100 schafft es nachgewiesenermaßen dauerhafte Gewinne zu erzielen.

Studie #2 (Devisenmarkt) - 89% verlieren mittelfristig Geld

Und es gibt noch eine Studie aus Frankreich, in der der Forex Markt (Devisenmarkt) untersucht wurde.

Dort wurde über vier Jahre, von 2009 bis 2012, die Performance der Trader bei verschiedenen Brokern dokumentiert. Das Ergebnis:

Fast 89% aller Trader haben Geld verloren - im Durchschnitt satte 10.900€.

Und dabei macht es laut der Studie kaum einen Unterschied, ob Neulinge oder erfahrene Trader betrachtet werden - der Lerneffekt sei erstaunlich gering.

Studie #3 (Aktienmarkt) - 98% verlieren langfristig Geld

In dieser Studie wurde das Lernverhalten von Day-Tradern am Aktienmarkt untersucht und dabei ein Zeitraum von 14 Jahren herangezogen.

Das Ergebnis: Mehr als 98% der Day-Trader verlieren Geld.

Und für die, die kurzfristig Gewinne machen, hält die Glückssträhne nicht lange an:

  • 40% der Day-Trader geben spätestens nach einem Monat auf
  • 87% der Day-Trader geben spätestens nach drei Jahren auf
  • 93% der Day-Trader geben spätestens nach fünf Jahren auf

Auch in der Studie von Barber und Odean mit dem Titel "Trading ist schädlich für dein Vermögen" wird ein klarer Zusammenhang zwischen Handelsaktivität und Nettorendite von Aktionären gefunden:

Screenshot Trading is hazardous to your wealth

Renditen je nach Handelsaktivität (Quelle: "Trading is hazardous to your wealth")

Das Bild zeigt: Je mehr gehandelt wird (Gruppe 5), desto niedriger ist die erreichte Nettorendite. Die Gruppe, die am wenigsten handelt (Gruppe 1), erreicht die höchste Nettorendite im Durchschnitt.

Diese Studien zeichnen ein vernichtendes Bild: Nur ein ganz kleiner Bruchteil schafft es wirklich, dauerhafte Gewinne zu erzielen.

Zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigen: 85 - 98 % der Trader verlieren Geld. Je häufiger gehandelt wird, desto schlechter sieht die Rendite im Durchschnitt aus. In jeder Studie schneiden langfristige Investoren besser ab.

Es erinnert ans Gold schürfen: Wenn irgendwo von einem großen Goldfund berichtet wird, machen sich alle auf und wollen den Reichtum mit eigenen Händen finden.

Ein paar wenige werden, vermutlich durch Zufall, große Funde haben, die immer mehr Menschen anlocken. Aber der Großteil der Menschen wird wieder mit leeren Händen nach Hause gehen, wie es auch beim Trading der Fall ist.

Wer verdient daran immer Geld? Die Broker und die Trading-Coaches.

Unterstützt wird dieses Bild, wenn du dir anschaust, wer in der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt weit oben geführt wird.

Es sind die Investoren wie Warren Buffett, Peter Lynch, Ken Fisher und viele mehr. Diese sind größtenteils Milliardäre und investieren nicht auf Tagesbasis, sondern investieren vorausschauend und langfristig – manche mehr, manche weniger.

Obwohl der Trader also viel mehr Aufwand betreibt und ein größeres Risiko in Kauf nimmt, sind kaum Trader bekannt, die dadurch wirklich reich geworden sind - obwohl die angeblich so hohen Renditen die Trader schon längst auf die Spitzenplätze hätten katapultieren müssen.

Wie einer der bekanntesten deutschsprachigen Trading-Profis eine Rendite von -108% erreichte

(Wichtig: Die folgenden Schilderungen beruhen auf diesem Artikel.)

Ein erfolgreicher Geschäftsmann hat Birger S. (kompletter Name im Original-Artikel), "Deutschlands Daytrader Nr. 1" (laut der Zeitschrift "Der Aktionär") 100.000€ "zum Testen" gegeben. Ich glaube, du kannst die tatsächliche Größenordnung also erahnen, wenn jemand mit 100.000€ etwas "testen" möchte.

Der Anleger selbst war beruflich sehr erfolgreich, hat sich viel teures Wissen in Seminaren und privaten Coachings angeeignet und hatte ein großes Startkapital, und es einem noch besseren Profi anvertraut. Optimale Voraussetzungen also.

Wenn jemand also Gewinne erzielen sollte, dann doch diese Konstellation, oder?

Pustekuchen.

Das Geld wurde kontinuierlich weniger und nach nicht einmal 2 Jahren war es fast komplett weg. Anschließend wurde noch ein Kredit aufgenommen, um die Verluste wieder reinzuholen. Ebenfalls gescheitert.

Das Ergebnis: Das Day- und Swingtrading eines Trading-Profis hat für den Kunden eine Rendite von -108% (ja, wirklich) erreicht. Das eingesetzte Kapital war weg und darüber hinaus sind noch Schulden entstanden.

Wie 14 Profi-Trader grandios scheiterten und eine Viertel Million Euro versenkten

Der Veranstalter "Trade-Champion" hat 2015 insgesamt 16 Trader eingeladen, die vorher eine positive Rendite nachweisen konnten.

Die Herausforderung: Jeder dieser Trader wurde mit echten 20.000€ ausgestattet - kein Spielgeld. Wer es als Erster schafft, sein Kapital zu verzehnfachen, gewinnt den Trading-Wettbewerb und darf das Geld behalten. Wer einen Verlust von 40% oder mehr erleidet fliegt aus dem Wettbewerb.

Jeder Trader konnte frei handeln, seine eigenen Indikatoren verwenden und sein Depot wachsen lassen. Auch der eben erwähnte Birger Schäfermeier war neben anderen bekannten Namen dabei.

Der erste Durchgang musste abgebrochen und neu konzipiert werden, da Schäfermeier nach wenigen Wochen ein Minus von 40.000€ aufwies und damit die Regeln des Wettbewerbs verletzte.

Das Ergebnis des 2. Durchgangs, der am 1. April 2015 startete: Am 8. Juni 2015 wurde der Wettbewerb wegen der katastrophalen Handelsergebnisse abgebrochen.

Das Ziel war es, den Zuschauern profitable Handelssysteme in der Praxis zu zeigen, um davon zu lernen. Das Problem: Es gab kaum profitable Handelssysteme.

4 Trader sind vorzeitig ausgeschieden, da sie mehr als 40% im Verlust lagen. Nach etwas mehr als 2 Monaten hatten 14 der 16 Trader keine signifikanten Wertsteigerungen erreicht.

Im Gegenteil:  Eine Viertel Million Euro hatten die 16 Trader in Summe in den Sand gesetzt.

Und wir sprechen hier wohlgemerkt nicht über unerfahrene, naive Anleger: Diese 16 Trader entstammen einer Vorauswahl, waren teilweise in der Trading-Szene sehr bekannt und mussten vorherige Gewinne nachweisen. Sonst wären sie auch nicht mit je 20.000€ ausgestattet worden.

Das Statement des Veranstalters: „Bis auf wenige Ausnahmen – eigentlich nur zwei [...] – konnten wir kein valides System, keine Strategie und keine sukzessiven Depotwertsteigerungen erkennen.“

Die Webseite des Veranstalters steht heute zum Verkauf.

"Aber mit Trading lässt sich doch viel Geld verdienen"

Natürlich gibt es erfolgreiche Trader. Natürlich kann man durch Trading Geld verdienen.

Diese Aussagen von Trading-Verfechtern sind aber genauso nichtssagend wie die Aussage "Mit Fußball lässt sich viel Geld verdienen".

Das gleiche gilt für jeden Berufsbereich: Du kannst viel Geld als Fußballer, als Programmierer, als Steuerexperte oder als sonst was verdienen.

Solltest du jetzt also Profifußballer werden, nur weil es einige wenige schaffen, damit viel Geld zu verdienen?

Natürlich nicht! Es geht um ganz andere Fragen, die dafür wichtig sind.

Bezogen auf das Trading sind die interessanteren Frage viel mehr:

  • Wie hoch stehen die Chancen, mit dem Trading wirklich viel Geld zu verdienen?
  • Kommst du überhaupt an das Wissen, um erfolgreich traden zu können?
  • Macht es dir überhaupt Spaß, so dein Geld zu verdienen?
  • Welche Nachteile sind mit dem Trading verbunden?
  • Gibt es lohnenswerte Alternativen, wie du dein Geld auch ohne Trading profitabel investieren kannst?

Und vor diesem Hintergrund bringt es auch nichts, wenn es nur ein extrem kleiner Bruchteil schafft, mit dem Trading erfolgreich zu sein. Diesen kleinen Bruchteil gibt es in jedem Berufszweig - allein zufallsbedingt.

Und selbst diesen kleinen Bruchteil zu identifizieren ist enorm schwierig, wie die eben zitierten Geschichten verdeutlichen.

Es ist völlig unklar, wieviele Trading-Profis auch wirklich die Ergebnisse erzielen, die sie versprechen. Mediale Aufmerksamkeit ist definitiv kein Faktor, der erfolgreiche Trader kennzeichnet.

Die Rolle von (selbstlernenden) Computer-Algorithmen im Trading

Das alles sind faktenorientierte Einblicke in den (Miss-)Erfolg der Day-Trader: Sowohl von Privatanlegern, als auch von gestandenen Profis. Abseits der rosaroten "So-wirst-du-reich"-Brille.

Nach all diesen Ergebnissen ist es in meinen Augen sehr optimistisch und mutig anzunehmen als Privatanleger das eigene Geld dauerhaft durch Day-Trading, Swing-Trading oder ähnliche Tradingkonzepte und Handelsstrategien erfolgreich zu vermehren.

Zumal es vermutlich nur schwerer wird als einfacher:

Mittlerweile sind es nicht nur Menschen, die einen Tradinggewinn durch ihr Handeln erzielen wollen, sondern immer mehr Computer-Algorithmen, die Menschen in ihrer Schnelligkeit und Disziplin schlagen.

Dazu kommen immer mehr selbstlernende Algorithmen (Stichwort "machine learning"), die laufend Daten auswerten und keine Regeln mehr brauchen, sondern selbst profitable Handelsstrategien erkennen und diese auswerten, lange bevor der menschliche Anleger diese entdeckt.

Das Traden war nicht nur in der Vergangenheit enorm schwierig, es wird in der Zukunft vermutlich nur noch schwieriger.

Ganz zu schweigen davon, in Anbetracht des Zeitaufwands, des Risikos und den anderen hier genannte Gründe eine angemessene Rendite zu erreichen.

Fakt ist, dass der Großteil der Trader auf lange Sicht Geld verliert und dafür sogar noch viel Zeit und Nerven opfert.

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7 Gründe, warum du die Finger vom Trading lassen solltest

4. Die Erfolgsillusion der Trading-Experten

Okay, höchstens 10% der Trader machen langfristig Gewinne - wahrscheinlich noch weniger.

Ist nicht viel, aber immerhin. Und wenn man Gewinne macht und zu diesen 10% gehört, sollte sich das Traden lohnen.

Das ist aber falsch.

Nur weil jemand Gewinne macht, heißt das noch lange nicht, dass er wirklich das Richtige mit seinem Geld macht.

Du kannst deutlich risikoärmer und mit viel geringerem Aufwand breit in den Markt investieren. Das hat in der Vergangenheit für eine Rendite von 7% – 9% gesorgt.

Nur ein Bruchteil der Trader, die Gewinne machen, schaffen es, ihr Geld stärker als der Markt zu verzinsen.

Du siehst also: Das Erzielen von Gewinnen ist nicht die entscheidende Kennzahl. Es gibt andere Alternativen, die womöglich…

  • besser
  • risikoärmer
  • nicht so zeitintensiv

… sind und deshalb mehr zu empfehlen sind – selbst WENN du zu den wenigen Prozent gehörst, die mit dem Trading Geld verdienen.

Wichtig: Hier wurden noch nicht einmal die steuerlichen Nachteile des aktiven Handelns berücksichtigt. Bei einer passiven Buy-and-hold-Anlage müssen Gewinne erst bei Verkauf versteuert werden und können bis dahin weitere Gewinne erwirtschaften: Der sogenannte Steuerstundungseffekt.

Der aktive Anleger muss ebenfalls beim Verkauf die (seltenen) Gewinne versteuern, was jedoch viel schneller vorkommt. Deshalb gibt es dort keinen Steuerstundungseffekt. Durch die steuerliche Betrachtung würde das Bild hier also noch vernichtender ausfallen.

Es ist relativ entspannt möglich, mit einfachen, wissenschaftlich fundierten Strategien und einem langfristigen Anlagehorizont eine jährliche Rendite von 7 - 9 % pro Jahr zu erzielen. Ohne die vielen Nachteile, die mit kurzfristigem Trading einhergehen.

5. Du opferst etwas Wertvolleres als Geld

Ein großer Aspekt, der das Traden deutlich unattraktiver macht, ist die geopferte Zeit.

Die langfristige Geldanlage ist ein Zusatz zu deinem bestehenden Einkommen. Es hat einen geringen Zeitaufwand und alle Gewinne aus dieser Geldanlage beeinträchtigen dein Arbeitseinkommen nicht.

Wenn du allerdings als Trader Geld verdienen willst, musst du viel Zeit opfern.

Du musst die Kurse stundenlang verfolgen, um günstige Gelegenheiten zum Handeln zu entdecken. Steigt der Kurs wie gewünscht? Fällt der Aktienkurs zu stark? Stagniert er?

Das ist aktive Arbeit um Geld zu verdienen, was nichts Schlechtes ist. Aber höchstwahrscheinlich hast du schon einen Hauptberuf, der dir 8 Stunden täglich abverlangt.

Da wird es schwierig, wenn du jetzt noch stundenlang Börsenkurse verfolgen willst.

Außer, du bist der eine von hundert Tradern, der sich Profi nennen kann und seinen Job aufgeben kann, um zu traden.

Aber ein Profi ist noch nie vom Himmel gefallen.

Selbst wenn du also als Trader Gewinne machen solltest, die den Markt übersteigen, darfst du den zeitlichen Aufwand nicht vergessen. Dein Arbeitslohn ist genauso ein Stundenlohn, wie es bei einem Trader der Fall ist.

Bei der langfristigen Anlage aber hast du ziemlich wenig zu tun.

Du kannst den Aufwand sogar auf wenige Stunden im Jahr reduzieren und erhältst trotzdem eine Rendite, die besser ist als von 90% der Trader.

Aktives Trading erfordert einen hohen Zeitaufwand: Es ist ein Job, bei dem du für dein Geld arbeitest (ohne zu wissen, ob du damit am Ende Geld verdienst). Es ist anders als eine Geldanlage, bei der das Geld für dich arbeitet

6. Ein kritischer Blick hinter die Geldscheine

Bild - Trading ist oft eine Illusion

In Zeiten, in denen soziale Netzwerke immer beliebter werden, gibt es viel Neid und „Das-will-ich-auch“-Gefühle.

Auf Instagram und YouTube geben viele Trader ihre Gewinne zum Besten, erzählen von ihrem kometenartigen Aufstieg in die Liga der Schönen und Reichen.

Beweise? Fehlanzeige.

Und selbst wenn Beweise geliefert werden, ist kaum nachzuvollziehen, ob dieser Erfolg tatsächlich auf Kompetenz beruht oder auf purem Zufall.

Denn wenn Millionen von Tradern handeln, ist es allein zufallsbedingt notwendig, dass einige - ohne jegliches Talent oder Fähigkeiten - ihr Geld vermehren werden.

Kompetenz kann nicht dadurch beurteilt werden, ob jemand sein Geld vermehrt hat. Wenn es so wäre, wäre jeder Lotto-Gewinner, Pokerspieler und Roulette-Spieler, der zwei Mal hintereinander auf die richtige Farbe gesetzt hat, ein Anlageexperte.

Die vorhandenen, verlässlichen Studien zeigen ein deutliches Bild: Der Großteil der Trader verliert kontinuierlich Geld.

Viele Menschen zeigen aber ihre Gewinne in Bildern oder Videos (wo noch nicht einmal klar ist, ob es Können oder reines Glück war).

Das Problem? Die Verluste werden verschwiegen.

Niemand teilt ein Bild von seinem letzten Riesenverlust – so etwas verkauft sich schlecht.

Bei Gewinnen von mehreren Tausend Euro denken sich viele: „Wow, wie macht der das nur?“

Na klar, ist verständlich. Wenn jemand scheinbar sehr einfach, sehr viel Geld in sehr kurzer Zeit verdient, würden wir das alle gerne nachmachen. Dadurch entsteht aber ein völlig verzerrtes Bild vom tatsächlichen Erfolg.

Bill Gates und Mark Zuckerberg haben die Uni abgebrochen und sind heute Milliardäre. Wäre jetzt die richtige Schlussfolgerung „Ich breche mein Studium ab, dann werde ich auch Milliardär“?

Definitiv nicht! Von den Menschen, die ihr Studium abgebrochen haben und denen es dadurch finanziell heute viel schlechter geht, hörst du einfach nichts.

Wir hören nur von den Positivbeispielen. Dieser Überlebensirrtum ("Surviorship Bias") verzerrt aber die Realität enorm.

Und genau so ist es auch bei Tradern:

Nur weil dir jemand einen Gewinn zeigt oder erzählt, wie viel er doch verdient, heißt das noch lange nicht, dass er wirklich profitabel handelt - und noch weniger, dass du einfach so profitabel traden kannst.

Mittlerweile gibt es nicht nur Trader wie Koko Petkov oder andere, die auf YouTube oder Instagram mit Geldscheinen wedeln und den Börsenneulingen damit die Sinne vernebeln. Auch dubiose Gruppen wie "Traden mit Alex" vom Coach Alex (und vielen Nachahmern) bilden sich auf Facebook und WhatsApp und erzeugen den Eindruck, dass sie durch persönlichen Kontakt jeden Trader auf Knopfdruck reich machen.

Eine Illusion, die ziemlich naiv ist und langfristig nie zu mehr, sondern nur zu weniger Geld führen wird.

Trading ist an sich eine seriöse Disziplin. Die Wege, über die die meisten Menschen aber vom Trading mitbekommen - vor allem über Social Media - haben damit aber oft nichts zu tun. Oft sind es Menschen oder Anbieter, die mit viel Geld, schnellem Reichtum und allerlei unseriösen Versprechen werben.

7. Dein Geld steht still - aber so kannst du es ändern

Traden ist wie arbeiten. Was passiert, wenn du nicht mehr arbeitest?

Du verdienst kein Geld.

Genau das ist beim Traden der Fall: Du verdienst nur Geld, wenn du aktiv vor dem Computer sitzt, beobachtest, kaufst, analysierst und verkaufst.

Wenn du das nicht machst, verdienst du kein Geld. So einfach ist das.

Bei der langfristigen Geldanlage vermehrt sich dein Geld aber ohne dein Zutun.

Wenn du dein Geld erst einmal angelegt hast, kann es seelenruhig unangetastet bleiben. Es vermehrt sich also selbst dann, wenn du keine Zeit oder keine Lust auf die Börse hast.

Das ist das Schöne: Dein Geld vermehrt sich passiv.

Der Trader muss aktiv arbeiten, damit das Geld sich vermehrt. Und das wird in den allermeisten Fällen noch nicht einmal mit einer besseren Rendite belohnt.

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Warum du die Finger vom Trading lassen solltest

Da hast du sie: Die 7 Gründe, warum du nicht traden solltest.

Trading ist beliebt und bekommt durch das Internet ganz neue Reichweiten geboten.

Im Fernsehen werden Trading-Plattformen beworben und damit wahrscheinlich noch mehr Menschen zu Tradern gemacht.

Ich habe dir aber gezeigt, dass es in den meisten Fällen weder aus finanziellen, zeitlichen oder anderen Gründen sinnvoll ist, dich dem Trading zu widmen.

Ja, es gibt Menschen, die damit Gewinne machen. Schätzungsweise 1% systematisch – also nicht durch Glück. Wenn du deine Geldanlage aber wie die restlichen 99% der Trader auf Glück aufbaust, wirst du keinen Erfolg haben.

Trading ist für Einsteiger - im Vergleich zum langfristigen Anlageansatz - riskanter, erfordert deutlich mehr Zeit, funktioniert nur bei einem minimalen Prozentteil der Trader und ist ein recht undurchsichtiger Markt.

Wichtig: Hier geht es nicht darum, einen ganzen Berufszweig ("Trader") zu verurteilen und unsachlich mit den Begriffen "Zocker" und "Spekulanten" um sich zu schmeißen, wie es in den meisten Artikeln leider oft passiert.

Trader sind wichtig für die Märkte, ich kenne viele persönlich und es freut mich für jeden Trader, der wirklich erfolgreich an der Börse tradet. (Auch wenn viele dabei der Erfolgsillusion unterliegen - mehr dazu in Grund #4)

Hier geht es einzig und allein darum, aus welchen Gründen die meisten Privatanleger in meinen Augen kein aktives Trading (und speziell Day-Trading) an der Börse betreiben sollten und warum ein langfristig ausgerichteter Investmentansatz meistens die bessere Alternative ist.

Du kennst das Phänomen aus der Schule:

Es gibt Schüler, die ackern, lernen und tun alles für eine gute Note.

Dann gibt es die Schüler, die nur das Nötigste machen - und später trotzdem immer die bessere Note haben.

So ähnlich ist es an der Börse:

Die Trader tun alles, reagieren auf jedes Signal und hechten jeder Strategie hinterher, um möglichst gut zu investieren.

Der kluge, langfristige Anleger lehnt sich zurück, macht nur das Nötigste und justiert nur, wenn es wirklich sein muss. Und steht am Ende mit der besseren Rendite dar.

Viel Aufwand für gar keinen bis wenig Ertrag. Oder: Wenig Aufwand für viel Ertrag.

An der Börse entscheiden sich die meisten Menschen leider für die erstgenannte Option, das Trading – schließlich klingt alles so schön und die Hoffnung auf den schnellen Reichtum bleibt erhalten.

Aber Hoffnung und Glück sind keine Dinge, die dich bei der optimalen Vermehrung deines Geldes weiterbringen.

Lass dich also nicht von den falschen Versprechen und „Schneller-Reichtum-garantiert“-Illusionen leiten, sondern von deinem klaren Kopf und Verstand.

PS: Eine Alternative zum kurzfristigen Trading ist das langfristige Investieren. Hier erfährst du, wie du damit nachweislich (ohne Hokus Pokus oder irgendeine Wunderstrategie) nachweislich bis zu 96% der Fondsmanager schlägst.

Über den Autor


Hey, ich bin Jannes. Langfristig denkender Privatanleger, Investor, Ökonom sowie Gründer von Aktienrebell und StrategyInvest. Herzlich Willkommen also zu meiner Rebellion gegen fehlende Finanzbildung, schlechte Anlageentscheidungen und das Spiel der Finanzindustrie.

Jannes Lorenzen

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  • Hallo,
    obwohl ich hauptberuflicher Daytrader bin, kann ich deinen Ausführungen nur zustimmen. Natürlich verlieren die Meisten mit dem Daytrading Geld, da sie durch die zahlreiche unseriöse Werbung eine komplett falsche Vorstellung vom Daytrading, oder Trading im allgemeinen haben.
    Daytrading ist alles andere als leicht und man muss sehr viel an Zeit und auch Geld investieren um irgendwann erfolgreich zu werden. Eine entsprechende Disziplin und Hingabe für diesen Beruf vorausgesetzt. Mit Trading kann man durchaus seinen Lebensunterhalt und langfristig sogar sehr gutes Geld verdienen. Aber reich wird man davon nicht. Dazu muss man entweder ein gutes Unternehmen aufbauen, oder clever und vor allem langfristig an den Kapitalmärkten investieren.
    Ein schöner Beitrag und absolut lesenswert, denn Aufklärung ist enorm wichtig, auch wenn ich naturgemäß einige wenige Punkte anders sehe. 😉
    Viele Grüße
    Flo K.

  • Trading funktioniert nur für ganz wenige, besonders die Abo-Verkäufer und Seminaranbieter.

    Ich habe über die Jahre recht viel Geld verloren. Meistens nur kleine Beträge, die sich am Ende auf einen ordentlichen sechsstelligen VERLUST summieren. Hängt nun alles im Verlusttopf.

    Natürlich gabs auch zwischendurch Gewinne. Mein Glück ist, dass ich zwar dadurch meine finanzielle Freiheit einige Jahre nach hinten verlagern muss, aber gut verdiene und über ausreichend Rücklage verfüge.

    Ich zocke nicht mehr. Hatte sogar überlegt, eine Therapie zu starten, denn übermäßiges Trading ist nichts anderes als Spielsucht und kann aufgrund der höheren Beträge schnell in eine existenziell bedrohliche Lage führen.

    Meine Empfehlung: Sucht Euch den Kick woanders und investiert ganz langweilig.

    • Spannende Geschichte – auch wenn es natürlich unglücklich ist, dass dafür sechsstellige Verluste nötig waren. Hoffen wir, dass möglichst viele Menschen dadurch zumindest vor Schlimmerem bewahrt werden, bei denen es größere Auswirkungen hätte als bei dir.

  • Hallo und Danke für die vielen interessanten Infos,
    entspricht absolut meiner Erfahrung.
    Etliche der kommentatoren haben das Trading verteidigt ohne irgendwelche „Beweise“. Darf ja jeder eine Meinung haben. Aber es ist immer sehr erfreulich wenn man auch mitteilen kann wie sich die gebildet hat.
    Gerade das hat mir gefallen Deine Verweise auf wissenschaftliche Studien. Es ist schon einige Zeit vergangen. Gibt es neuere Studien ?
    Viele Grüße
    Uwe
    Ps.: Folgende Warnung erscheint seit einiger Zeit bei meinem Broker:CFD sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit einem hohen Risiko des schnellen Kapitalverlusts einher. 77% der Kleinanleger verzeichnen Verluste beim CFD-Handel über Konten bei diesem Anbieter. Sie sollten verstehen, wie CFD funktionieren, und bedenken, ob Sie das hohe Risiko des Kapitalverlusts tragen können.

    • Hallo Uwe,

      Sehr gerne! Mir sind gerade keine aktuelleren Studien in dem Umfang bekannt, tatsächlich glaube ich aber nicht, dass sich dieser Trend umgekehrt hat. Zwar sind die Kosten des Handelns gesunken, die Anlässe zum Handeln (durch ständig verfügbare Neuigkeiten) aber mehr gegeben als je zuvor.

      Beste Grüße
      Jannes

  • Hallo, ich denke, dass es auf die Definition von Trading ankommt. Also die Frage, ob man mit wenig Geld und fragwürdigen Strategien (Kredite, Hebelprodukte usw.) astronomische Renditen erzielen will, oder ob man ganz klassisch nur mit dem eigenen Geld (kein Kredit, keine Hebelung) bei einer großen Bank mit dem Aktiendepot Aktien von großen Firmen handelt, also z.B. DAX oder NASDAQ. Bei der letzteren Strategie kann man eigentlich nicht viel falsch machen, und die Marktrendite von 6 – 9 % pro Jahr schlägt man auch locker. Je nach Zeiteinsatz, Erfahrung, Gespür und Glück sind 10 – 20 % Rendite pro Jahr sicherlich drin. Reich wird man damit nicht, aber man kann gut davon leben. und ja, man sitzt dann täglich 4 – 10 Stunden vor dem PC oder guck mindestens jede halbe Stunde mal nach. Aber ist ein Bürojob mit 6 – 8 Stunden täglicher Regelarbeitszeit besser? Da sitzt man auch vor dem PC und muss außerdem noch hin und zurück pendeln. Natürlich braucht man erst mal Geld, um so Geld verdienen zu können. und optimal ist es natürlich, wenn man in seinem Faulenzerjob (es soll ja einige Arbeitgeber geben, wo man im Job nicht wirklich gefordert wird … ihr wisst schon, welche!) vom Büro aus handeln kann und so Job und Börse kombiniert. 😉 Denn unter 50.000 Euro Startkapital kann man kaum vom Trading alleine leben.

  • Leider hat der Artikel keinen Zeitstempel… Aber anhand der Kommentare gehe ich davon aus dass er relativ alt ist.

    Man sollte mal klar erwähnen dass die meisten „Fakten“ nicht stimmen und unnötig Angst machen.

    Nachschusspflicht gibt es seit Jahren nicht mehr. Risiko kann jeder selbst begrenzen und liegt selbst dann wenn man bereits davon leben kann im 2 stelligen Bereich pro trade.

    Ich bin seit nun über 4 Jahren Daytrader und kann nur schmunzeln über das schönreden von vielleicht 15% p.a. Oder auch 20-25%

    Für mich bedeutet dieser Beruf Freiheit, wirkliche Freiheit. Und auch wenn es noch ein paar Jahre dauern wird… Mit diesem Beruf habe ich die realistische Aussicht auf einen 7 stelligen Kontostand, was mir mein Posten als Teamleiter nicht geben konnte.
    Jedoch spielt das keine Rolle, das es nur wichtig ist ein (für mich hohes) Einkommen im Monat zu haben von dem man gut leben kann, ohne dabei im System für sich hinzuwegitieren.

    Mein Geld über Jahre hinweg in irgendwelche Anlagen festzusetzen und damit vielleicht mal paar tausend Euro Zinsen zu bekommen ist rückblickend der größte Fehler den ich im letzten Jahrzehnt gemacht habe.

    • Hi Enrico,

      welche Fakten stimmen denn nicht? Du kannst ja gern darauf eingehen, statt diese Behauptung nur in den Raum zu stellen.

      Dass die Nachschusspflicht so nicht mehr besteht steht genau so im Artikel – was das Risiko natürlich senkt, durch das prinzipielle Konstrukt, den Hebeleffekt, aber trotzdem auf hohem Niveau bestehen bleibt.

      Freut mich, wenn es für dich klappt. Ob jemand mehr Erfüllung im Daytrading oder als Teamleiter findet, ist nochmal sehr individuell. Ich persönlich finde letzteres (in Kombination mit einer langfristigen Geldanlage) deutlich spannender und erfüllender, aber der andere Weg ist natürlich auch okay – wenn man sich der Nachteile und Risiken von vornherein bewusst ist. Vor allem die Erwartung, die das Internet füttert, mit dem Trading zu starten und mit ein paar Mausklicks zum Millionär zu werden, finde ich kritisch – wie der Artikel hoffentlich aufzeigt.

      Ob ein Zeitraum von 4 Jahren aussagekräftig genug ist, um die Leistung zu beurteilen, weiß ich nicht. Auch die stärkere Rolle von Algorithmen, maschinellem Lernen etc. sehe ich als Nachteil für Trader an. Ich hoffe natürlich, dass es für dich weiterhin klappt.

      Beste Grüße
      Jannes

  • jede Disziplin erfordert ein gesundes Maß an Wissen und reichlich Erfahrung um darin erfolgreich werden zu können. Ihr Artikel erweckt auf mich den Eindruck als wollten Sie das Daytrading dem Glücksspiel gleichsetzen. Im Trading wird man immer Verluste und Gewinne einfahren. Genauso wie der Obst und Gemüsehändler um die Ecke auch seine Gewinne und Verluste macht. Traden heisst handeln. Wer das nicht mit Sinn und Sachverstand angeht sollte sich entweder weiterbilden oder eben die Finger davon lassen.

  • Hallo Karim,

    genau das ist es meiner Meinung nach auch. Trading hat mehr mit Glücksspiel zu tun, als mit ehrlichem Handel. Man schaue sich nur an welch unfassbaren Aufwand Banken und Börsen betreiben um ihre Server mit den geringstmöglichen Latenzen untereinander zu verbinden – Stichwort Hochgeschwindigkeitshandel, oder wie Informationen gezielt verbreitet werden um den „Markt“, sofern man überhaupt davon sprechen kann, in eine bestimmte Richtung zu drängen, oder nehmen wir den gesamten Bereich der sogenannten Black Market. Es gibt noch zig weitere Beispiele, die man anführen könnte um zu zeigen, dass dieses ganze Spiel im Traiding Bereich eher einem Spiel mit gezinkten Karten gleichkommt. Die Dummen dabei sind die, die ehrlich an die Sache ran gehen wollen und tatsächlich nur handeln wollen. Sie sind in 99% der Fälle die Verlieren.

    Rein rechnerisch kann man auch nicht gewinnen. Nehmen wir mal an, dass Gewinn und Verlust die Wage halten, also entsprechend der „Gaußschen Normalverteilung“ genau in der Mitte liegen. Das würde bedeuten, dass ich nach einigem Handeln genau 0% Gewinn aber auch 0% Verlust erwirtschaftet hätte. Dem ist jedoch nicht so. Es kommen zum Handel noch unzählige Gebühren, Steuern Spreads und was weiß ich noch alles, so das unterm Strich doch ein Verlust steht. Das bedeutet, dass man das Gewinn/Verlust Verhältnis deutlich in Richtung Gewinn verschieben muss.

    Na dann mal los, jedem der es versuchen will viel Erfolg 😉

  • Hallo Jannes

    ich spiel(t)e schon länger mit dem Gedanken mich mal mit dieser Materie auseinander zu setzen. Hab viel recherchiert und bin dann auf diese Seite gestoßen. Hab mir die Zeit genommen und alle Meinungen (Befürworter und auch Kritiker deines Artikels) gelesen.
    Um es gleich auf den Punkt zu bringen. Schuster bleib bei deinen Leisten. Ich lasse die Finger davon und bin dir dankbar für diesen Artikel auch wenn es einige gibt, die das anders sehen. Wer sein Geld hart (8-10 oder mehr Stunden) verdienen muss, sollte sich gut überlegen ob er dieses zum Fenster rausschmeißen will.

    Beste Grüße
    Ritchi

  • Hey Jannes,

    ich glaube, eines der größten Probleme beim Trading ist, dass viele junge Einsteiger irgendwelchen zweifelhaften Idolen bei Instagram / YouTube oder anderswo im Netz hinterher eifern, die unterm Strich aber kaum Erfolg haben, dafür aber umso dringender ihre Online-Kurse verkaufen wollen… Von daher: Danke für die Aufklärung, auf dass sie viele (junge) Menschen erreicht!

    LG
    Tobias

  • Sehr guter und nicht auf Emotionen, sondern Fakten basierter Beitrag.
    Es gibt halt leider meistens nur zwei Arten von Menschen.

    Die, welche denken Traden ist einfach nur Glücksspiel und Geldverschwendung.

    Die, welche denken dass das Trading eine Gelddruck-Maschiene sei.

    Trading muss man halt wie eine Komplexe Lehre oder einen Studiengang betrachten.
    Wer sich wirklich über Jahre hinweg mit dem Thema befasst und auch kritisch dabei ist mit gewissen Beiträgen von gewissen "Trading Profis", der wird mit dem richtigen Risikomanagement etc. damit langfristig Erfolg haben und kann damit sogar reich werden.
    Dafür muss einem aber die ganze Thematik auch Spaß machen und man darf nicht ans "schnelle Geld" denken.

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